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Die hölzerne Clara / von Hendrik Conscience. Aus d. Fläm. von O. L. B. Wolff
Entstehung
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116 Die hölzerne Clara.

wie ein Edelfräulein in die köſtlichſten Stoffe gekleidet, an der Hand des Grafen und der Gräfin d'Almata heraus. Ihr folgten unter andern Bekannten und Freunden Schweſter Cathelyne aus dem Falconskloſter und Meiſter Huygens, der Organiſt der Hauptkirche. Man führte Clara zu den vier Mädchen, die ihr das Geſchenk der Waiſen überreichen ſollten. Während das Kind mit klopfendem Herzen das glänzende Tuch betrachtete, wollte Trees im Namen ihrer früheren Ge⸗ ſpielinnen eine Art Anrede an ſie richten; allein ſchon bei den erſten Worten verſagte ihr die Stimme und ſie brach in eine Fluth von Thränen aus. Dieſem Beiſpiele folgten nicht nur die drei anderen Geſchenkträgerinnen, auch Clara ſelbſt fing an zu weinen. Die Gräfin dankte den Mädchen für ihr freundliches Geſchenk und dachte durch Troſtgründe ihrer Trauer ein Ende zu machen. Indeſſen glückte es ihr nicht, denn man weiß, daß unter Frauen Nichts anſteckender iſt als Thränen. Zudem hatte Clara ſchluchzend Trees umarmt, und die anderen Waiſen hatten dieſes Schauſpiel mit tiefſter Rührung betrachtet. Auch ſah man im ganzen Zuge bald Nichts mehr als Schürzen, die langſam nach den Augen geführt wurden. Alle Waiſen hatten ihr Angeſicht verborgen und weinten im Stillen.

Nach einigen Augenblicken glaubte der Graf, daß es Zeit ſei dieſen traurigen Liebesbezeugungen ein Ende zu machen. Er ſprach einige Worte zu Clara, führte ſie dann zum Wagen, der einige Schritte entfernt ihrer wartete, ſtieg mit der Gräfin gleichfalls ein, die Lakaien ſprangen hinten auf, der Kutſcher fuhr mit der Peitſche knallend durch die

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