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Die hölzerne Clara / von Hendrik Conscience. Aus d. Fläm. von O. L. B. Wolff
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Eine halbe Stunde ſpäter ſtanden die Waiſen, jede mit einem Blumenſträußchen in der Hand, in der Hausflur in Reihen geordnet; ſie hatten ihre beſten Kleider angezogen und glänzten in Reinheit; ihre Herzen klopften, das Ver⸗ langen hatte ihre Wangen geröthet, ihre Augen funkelten in Lebensfreude. Fürwahr, die Blumen erbleichten vor dieſen lebendigen Roſen, denn der ſchönſte Strauß, den ein menſch⸗ liches Auge ſehen konnte, war gewiß dieſe Schaar junger Mädchen, deren natürlicher Zauber durch keinen fremden Schmuck vermindert oder verdüſtert ward.

An der Spitze des Zuges ſtanden die vier älteſten Waiſen des Mägdehauſes: Lange Mie, Trees, Geertruid de Kwezel und Anna Moeyal, die gemeinſchaftlich ein rothes Sammetkiſſen trugen, auf welchem das für Clara be⸗ ſtimmte Geſchenk ausgebreitet war.

Während die Waiſen des Zeichens zum Aufbruche harr⸗ ten, vernahm man in der Gaſthuisſtraße das Rollen der Kutſchen und das Stampfen unruhiger Pferde. Der Vater des Mägdehauſes warf jetzt beide Thüren weit auf. Langſam und gemeſſen zogen die Mädchen unter dem Zu⸗ ſtrömen einer großen Volksmenge, die einen guten Theil der Gaſthuisſtraße anfüllte und mit Gewalt vordrang um den Zug ſo nahe wie möglich vorüber ziehen zu ſehen, zum Hauſe hinaus. In demſelben Augenblicke war auch die Thür des nebenſtehenden Hauſes geöffnet, und Clara trat, 8*