Die hölzerne Clara.
— Catalina, ſprach der Graf leiſe, ich weiß welcher Gedanke Euch betrübt; doch dafür ſoll auch Rath geſchafft werden: ich werde Euch helfen. Wir wollen gemeinſchaft⸗ lich für das Glück Derer wirken, die Einem von uns Beiden theuer ſind. So iſt es gut, nicht wahr?
— O habt Dank, habt Dank! ſeufzte die Gräfin wäh⸗ rend ihre Augen voll Freude glänzten.
— Wohlan, ſprach der Graf aufſtehend mit feierlicher Stimme, dies ſei das Pfand unſerer Verſöhnung und un⸗ ſerer Liebe. Ich ſchenke Euch das Kind meines Bruders. Werdet ſeine Mutter, wie ich ſein Vater ſein will; es iſt ein ſchönes Band zwiſchen uns, Catalina.
Bei dieſen Worten reichte er der Gräfin ein Perga⸗ ment, an welchem große, rothe Siegel hingen.
— Es iſt ſchicklich daß eine Mutter weiß wie ihr Kind heißt, ſetzte er hinzu.
Mit Neugierde, doch ohne Haſt entfaltete die Gräfin das Pergament; kaum hatte ſie indeſſen einen Blick darauf geworfen, ſo entfloh ein lauter Schrei ihrer Bruſt.
— Clara! meine Clara ſoll Euer Kind ſein! rief ſie aus indem ſie vor dem Grafen auf die Kniee niederſank, Gott, es iſt zu viell!..
Mehr konnte ſie nicht ſagen; kraftlos und ohnmächtig ſank ſie in die Arme ihres Gatten, der ſie vom Boden auf⸗ gehoben hatte.
Die Duena ſtand neben dem Grafen und küßte weinend ſeine Hand.
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