Die hölzerne Clara.
laß mich allein, Deine Gebieterin ſoll vor der Nacht mei⸗ nen Entſchluß erfahren....
Halb traurig, halb vergnügt verließ die Duena das Zimmer und blieb einige Schritte entfernt im Gange ſte⸗ hen. Sie hoffte und fürchtete ohne den Erfolg ihrer Be⸗ mühungen errathen zu können. Wenn ſie indeſſen bedachte, daß ihre Erklärung des Grafen aufbrauſende Wuth ge⸗ dämpft und in eine weniger folternde Trauer verwandelt hatte, ſo erfreute ſie ſich innerlich über das, was ſie ge⸗ than. Ein einziger peinlicher Gedanke beunruhigte ſie noch zuweilen:— wollte der Graf ſich von Catalina trennen? Sollte er ſie gleich einer ſchuldigen Gattin ver⸗ ſtoßen wollen? Sollte er allein nach Spanien reiſen— und dadurch den letzten Sproſſen der Ghyſeghems der Schande preisgeben?
Ganz in dieſe Betrachtung vertieft, trat die Duena endlich wieder in das Zimmer ihrer Gebieterin, was ſie ebenſo ſorgfältig wieder von innen verſchloß.
Unterdeſſen ſaß der Graf noch immer gleich regungs⸗ los in ſeinem Seſſel und blickte theilnahmlos vor ſich hin, wie Jemand, der ganz in einen Abgrund von Gedanken und Betrachtungen verſunken iſt.
Nur die flüchtigen Falten, die zuweilen über ſein Ge⸗ ſicht hinliefen, und das bittere Lachen, was ſeinen Mund umzuckte, verriethen den Sturm, der in ſeinem Innern wüthete. Plötzlich fuhr er verzweifelnd über Stirn und Augen, als wenn er die drückenden Gedanken dadurch ver⸗
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