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Die hölzerne Clara / von Hendrik Conscience. Aus d. Fläm. von O. L. B. Wolff
Entstehung
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Die hölzerne Clara.

Lanceloot's, Herr Graf, ein armes, verborgenes Lämmchen, das unſchuldige Pfand der ewigen Treue zwiſchen dem ſeli⸗ gen Verlobten und der leidenden Frau!

Der Graf d'Almata erbleichte und die Duena ſenkte unter ſeinem furchtbaren Blicke demüthig das Haupt. Ein ſchwerer Athemzug und ein tiefer Gurgellaut, bewieſen, wie tief dieſe Erklärung den Grafen verwundet hatte. Fol⸗ ternde Gedanken von Unehre und Schande durchkreuzten ſein Haupt; doch er that ſich ſelbſt Gewalt an, um unter ſeinem Weh nicht zu erliegen und blieb ſchweigend ſitzen.

Die Duena fuhr im trüben Tone in ihrer Erzäh⸗ lung fort:

— Gott hat Euch keine Kinder geſchenkt, Herr Graf; es iſt Euch mithin unmöglich zu ermeſſen, mit welcher un⸗ widerſtehlichen Gewalt das mütterliche Gefühl eine Frau beherrſchen kann. Und wäret Ihr auch Vater, ſo würdet Ihr es dennoch nicht begreifen. Kein Mann auf Erden kann ermeſſen, mit welcher Kraft die heilige Flamme der Mutterliebe das Herz einer Frau erfüllt, daß ſie ſelbſt auf dem Todtenbette mit dem letzten Hauche zu Gott flehet: mein Kind! mein Kind! Wenn man ſchon ſein Kind an⸗ betet, wenn es in vollem Wohlſein und Lebensfreude vor unſern Augen empor blühet, wie muß dann die Mutterliebe ſich nicht zum Wahnſinne entflammen, wenn das Kind, dem wir das Leben gaben, unglücklich iſt? Wenn es fremden Händen übergeben iſt und wie ein verlorenes Schaf in der Irre wandelt, wenn die Geſellſchaft es verdammt, mit dem flammenden Stempel der Schande gezeichnet hat? Acht Jahre lang, Graf