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Die hölzerne Clara. 91
Die Duena ſetzte ſich nicht, ſondern blieb etwas ſeit⸗ wärts vom Grafen ſtehen, und mit geſenktem Haupte zu Boden blickend hob ſie ihre Rede folgendermaßen an:
— Erinnert Euch, Graf d'Almata, jener Zeit, wo Ihr auf dem Landhauſe der Ghyſeghems mit Eurem Bru⸗ der und ſeiner Gattin eine gaſtfreie Zuflucht gegen die Verfolgungen der Feinde Spaniens fandet. Dort war auch ein junger Edelmann, den Ihr als treuen Buſenfreund liebtet und der auch Euch die innigſte Freundſchaft entge⸗ gentrug. Schmerz, Angſt, Freude, Hoffnung theiltet Ihr mit ihm; er war Euch ein zweiter Bruder......
— Armer Lanceloot! ſeufzte der Graf.
— Lanceloot van Biſthoven liebte Senorita Cata⸗ lina, fuhr die Duena fort, Ihr ſelbſt, Senor, freutet Euch dieſer edlen Zuneigung und ermangeltet nicht bei je⸗ der Gelegenheit Lanceloot's Tugend, Muth und Biederkeit in Gegenwart meines Fräuleins zu rühmen. Gleichwohl waret Ihr, Senor, ſelbſt nicht gleichgültig gegen Senorita Catalina's zauberiſche Schönheit. Indeſſen triebt Ihr Euren Edelmuth und Eure Güte ſo weit, daß Ihr ſelbſt Eure eigne Leidenſchaft unterdrücktet um das Glück Eures Buſenfreundes zu befördern. Die Lobſprüche, mit denen Ihr Lanceloot unaufhörlich überhäuftet, und die Mittel, die Euer erfindungsreicher Geiſt erſann, um ihn in ſeinen Wünſchen behülflich zu ſein, entzündeten endlich auch im Herzen meines Fräuleins die Flammen einer ſanften Zu⸗ neigung für Euren Freund. Es war ein Freudentag— auch für Euch, Graf d'Almata— an welchem im Tempel


