Druckschrift 
Die hölzerne Clara / von Hendrik Conscience. Aus d. Fläm. von O. L. B. Wolff
Entstehung
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Die hölzerne Clara.

geopfert; ich bin in ſeinen Augen zum elenden und verächt⸗ lichen Geſchöpf geworden: Liebe, Haß und Rache kämpfen nun in ſeinem Innern und zerreißen ſeine Bruſt.... Und aus Scham, aus Furcht vor dem Tode ſoll ich ihn im Streite mit dieſen gräßlichen Gedanken laſſen? Nein, Ines, wenn ein Sühnopfer ſein muß, ſo möge es die Schul⸗ dige ſein.— Es iſt geſchehen, bleibe hier, ich gehe.....

Bei dieſen Worten ſchritt ſie nach der Thüre, allein die alte Duena warf ſich vor ihr auf die Kniee nieder.

— Verzeiht mir, verzeiht mir, edle Frau! rief ſie aus.

— Ich habe Nichts zu verzeihen, antwortete die Se⸗ nora indem ſie die Duena aufrichtete und ſie umarmte. Ich begreife Deine Furcht, gute Ines. Sei ruhig und laß mich gehen.

— Ihr ſollt nicht gehen! ergriff die Duena im ge⸗ bieteriſchem Tone das Wort. Euer Anblick würde ihn zur Wuth entflammen, und unter ſeinen Vorwürfen würdet Ihr nicht ſagen können, was nothwendig geſagt werden muß. Euer Muth hat mein Pflichtgefühl neu belebt. Möge auch der Tod meiner warten, ſo werde ich doch hier als Vermittlerin auftreten. Ich will nicht daß meine Gebieterin ſich bei ihren eigenen Worten zu ſchämen habe. Mein Ent⸗ ſchluß iſt gefaßt; was ich dieſen Morgen verſprach, das werde ich ausführen. Verhaltet Euch ruhig und hoffet!

Sie ließ der Senora nicht Zeit irgend eine Ein⸗ wendung zu machen und verließ haſtig das Zimmer, was ſie, den Schlüſſel abziehend, von Außen verſchloß.