Die hölzerne Clara.
— Ach, theure Gebieterin, ſeufzte die Duena, ich darf es nicht wagen. Hättet Ihr geſehen wie er mit glühenden Augen und verwildertem Geſicht die Thüre zuwarf und wuthſchnaubend zum Hauſe hereinſtürzte, ach! Ihr würdet fliehen.... denn der Tod begleitet ihn!
— Ja, Du weigerſt mir dieſen letzten Dienſt, ſagte die Gräfin peinlich indem ſie wie vernichtet das Haupt ſin⸗ ken ließ; Du willſt den guten Gedanken nicht ausführen, den Du ſelbſt mir als einen Rettungsanker gezeigt haſt? Wohlan, es ſei! ich befehle meine Seele Gott und harre in Ergebung des Schlages, der mich treffen ſoll.
Die Duena ſtützte ihr Haupt auf die Lehne des Stuh⸗ les und weinte ſchweigend. Nach einigen Augenblicken der tiefſten Stille erhob die Gräfin das Haupt und ſprach:
— Was! ich ſollte undankbar und feige genug ſein? Das Pflichtgefühl, mein blutendes Herz, mein nagendes Gewiſſen— Alles ruft mir zu, daß ich ihn aus der Hölle der Verzweiflung, worin er verkehrt und leidet wie eine verdammte Seele, erlöſen muß;— und ich ſollte vor ei⸗ nem offenen Bekenntniſſe zurückſchaudern? Nein, nein!
— Bleibt, ach bleibt, unglückliche Edelfrau! flehte die Duena mit gefalteten Händen. Er wird Euch tödten!
Die Senora indeſſen beachtete dieſe Bitte nicht weiter und fuhr mit wachſender Leidenſchaft fort:
— Ich habe zur Nachtzeit das Haus verlaſſen..... er glaubt mich des abſcheulichſten Verrathes ſchuldig; um meinetwillen, um ſeiner geliebten Catalina willen, hat er zehn Jahre lang die Ruhe und den Genuß ſeines Lebens
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