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Die hölzerne Clara. 85
Die Duena trat haſtig, obwohl mit leiſen Schritten, in das Zimmer, und ihre Gebieterin bei dem Arm ergreifend, ſprach ſie voll Freude:
— o, Senora, laßt uns Gott danken: eben iſt der Graf nach Hauſe gekommen.
Die Gräfin, durch dieſe Nachricht wie geſtärkt, richtete ſich im Stuhl empor und mit zum Himmel erhobenen Hän⸗ den betete ſie voll Dankbarkeit:
— Geſegnet mußt Du ſein, o Gott, daß Du es nicht geſchehen ließeſt! Beſchirme mein Kind, mein unſchuldiges Kind, o Herr! Mag ich als Büßerin ſterben..... aber er! er, der Gute, deſſen Leben ich vergiftet habe.... o Dank, Dank, daß Du ihn bewahrteſt!— Dein Engel hat den gräßlichen Gedanken aus ſeinem Herzen verſcheucht;— Du haſt es nicht gewollt, o Vater, daß ein Mord Deine niedere Dienerin belaſte. Ach, Dein Name ſei gebenedeiet!
— Aber, rief die Duena wie von unüberwindlichem Schrecken erfaßt, nun da der Graf zu Hauſe iſt, kann er auch jeden Augenblick hierher kommen.... o, ſagt doch, was können wir thun? Ich bin rathlos und auf den Tod betrübt.
— Wohlan, geh, ſpute Dich, Ines, ſuche ihn auf.
Die Duena ſchien zu dieſem Schritte keineswegs ge⸗ neigt zu ſein, ſie ſchüttelte das Haupt und blieb ſprach⸗ los ſtehen.
— O weh mirl rief die Gräfin aus; Du willſt nicht! Ines, verlangſt Du denn daß ich ſelbſt gehen ſoll? Du, ſo beredt, ſo geſchickt das Herz zu rühren, Du willſt mich im entſcheidenden Augenblicke verlaſſen?


