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Die hölzerne Clara / von Hendrik Conscience. Aus d. Fläm. von O. L. B. Wolff
Entstehung
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Die hölzerne Clara. 81

Aber warum holt ſie mich nicht, meine Mutter. Ich kenne ſie nicht.

— Sieh mich an, lieber Engel, ſieh mich an.. Ich bin Deine Mutter! Fühlſt Du das nicht an dem glühenden Kuſſe, den ich Dir gebe, theurer Schatz meiner Seele? Mein geliebtes Kind!

Eine lebhafte Freude erglänzte auf Clara's Geſicht, gleichwol miſchte ſich in ihr Freudenlächeln noch ein Schein des Unglaubens.

— Ihr,— Ihr ſeid meine rechte Mutter? rief ſie aus — meine Mutter, die bei meinem Vater wohnt?

— Dein Vater iſt längſt im Himmel, liebe Clara; er iſt todt und bittet Gott für uns, ſeufzte die Gräfin wäh⸗ rend ſie jede fernere Frage durch einen neuen Kuß unter⸗ drückte. Ich bin Deine wahre und rechte Mutter— und ich habe kein anderes Kind!

— Ach Gott, ſeufzte das Kind, dafür möge die hei⸗ lige Jungfrau gebenedeiet ſein! Welche ſchönen Lieder will ich nun mein ganzes Leben lang ihr zur Ehre ſingen! Ich glaube, das hat ſie gethan! Wie bin ich froh! Wie bin ich froh, daß Ihr meine Mutter ſeid! Ich ſah Euch auch be⸗ reits ſo gern! ach ſo gern!

In dieſem Augenblicke ſprach eine geheimnißvolle Stimme in der Finſterniß:

— Senora, Senora, es iſt Zeit!

Die Gräfin fing an in leidenſchaftlicher Haſt mit Clara leiſe zu ſprechen. Gewiß fürchtete ſte von Der, die in dieſem

Augenblicke vielleicht als eine unzeitige Lauſcherin in der Die hölzerne Clara. 6