Druckschrift 
Die hölzerne Clara / von Hendrik Conscience. Aus d. Fläm. von O. L. B. Wolff
Entstehung
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Die hölzerne Clara.

— Setze Dich, Clara, und höre mich an ohne mich zu unterbrechen: ich habe Dir Etwas zu ſagen, was Du in Deinem ganzen Leben nicht vergeſſen darfſt.

— Ach, Gott, Ihr zittert, edle Frau! nun fürchte ich mich wieder! 3

— Sei ſtill und ruhig Clara. Es kann uns hier nichts Uebles geſchehen.— Höre aufmerkſam, um Gottes wil⸗ len.... Jedermann denkt, daß Du eine arme Waiſe biſt, Clara; Jedermann glaubt daß Du eine niedere Dienſtmagd werden ſollſt, daß Du beſtimmt biſt Dein Leben lang wie eine Sklavin zu arbeiten und fremden Leuten zu Dienſten zu ſtehen, die Dich bezahlen. Du glaubſt es auch und biſt mit Deinem elenden Looſe zufrieden. Aber dem iſt nicht ſo, Clara! einſt wirſt Du als Gebieterin befehlen, in reichen Kleidern prangen, in einer Kutſche fahren, durch Deine Schönheit ſelbſt die Edelſten bezaubern und mit Stolz auf Alles niederſehen, was Dich an Deine erſte Beſtimmung erinnern könnte. Denn ſieh, theures Kind, Du haſt eine Mutter, die ihr Leben Deinem Glücke opfern könnte. Dieſe Mutter iſt edel, reich und mächtig und.. ſie wird ihr Kind nicht verlaſſenn!...

Bei dieſen letzen Worten umarmte ſie ſtürmiſch das Kind, und gewiß hoffte ſie daß daſſelbe ſich gleichfalls in Liebesbezeugungen ergießen würde; allein das Gegentheil von alle dem geſchah. Clara ſchien ganz in tiefe Betrachtungen verſunken und feufzte als wenn ſie mit ſich ſelber redete:

— Ich ſoll reich werden, in einer Kutſche fahren und ſchöne Kleider tragen? Ach wie will ich ſie gern ſehen!...

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