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Die hölzerne Clara / von Hendrik Conscience. Aus d. Fläm. von O. L. B. Wolff
Entstehung
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Die hölzerne Clara. 77

— Ach, liebe Mutter, ſetze Dich dort auf den Stuhl: es iſt hier ſo ſtill und gemüthlich wenn Du da biſt. Ach, ich bin ſo traurig geweſen und habe ſo viele Thränen ver⸗ goſſen! Es ſind nun bereits ſieben Tage, daß ich hier allein ſitze und traurig warte!

— Du täuſcheſt Dich! rief die Gräfin von Eiferſucht gemartert. Die Frau, von der Du ſprichſt, iſt Deine Mut⸗ ter nicht. Ich bin Deine Mutter. Du biſt me in Kind!

Clara betrachtete die Senora mit Erſtaunen.

— Wie biſt Du heute, ſo ſeltſam? fragte ſie. Ich weiß ja, daß Du meine Mutter biſt..... Aber warum kommſt Du denn nicht täglich?— Du hatteſt es mir verſprochen. — Die anderen Kinder, die eine Mutter haben, dürfen im⸗ mer bei ihr ſein!

In den Zügen der Gräfin malte ſich eine tiefe Trauer und ihre einzige Antwort auf des Kindes Fragen waren ſchmerzliche Seufzer. Clara bemerkte dies.

— Ach, Gott, liebe Mutter, ſprach ſie, ſei doch nicht traurig; ich will Nichts mehr ſagen. Ich weiß ja, es iſt nicht Deine Schuld, daß Du nicht immer kommſt.

Und ihre Aermchen um den Hals der Gräfin ſchlingend, brachte ſie ſo ihr Geſicht unter die Augen der trauernden Senora und flehete:

— Ach, Du biſt doch nicht böſe, lieb Mütterchen? Ich ſehe Dich ſo gern! Wenn ich bei Dir ſein, in Deinen Ar⸗ men ruhen kann, dann bin ich ſo froh... ſo froh wie ein Engelchen im Himmel. Aber Du mußt nicht traurig ſein, Mutter, denn das macht mir großen Schmerz....