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Die hölzerne Clara.
Locken auf ihre Schultern herab; eine ſchöne Roſenfarbe glänzte auf ihren Wangen, ihre großen Augen, die weit ge⸗ öffnet unter ihrer ſpiegelreinen Stirne glänzten, ſchienen noch blauer als gewöhnlich zu ſein. Und weit entfernt in dieſer geheimnißvollen Mitternachtsſtunde und unter dieſen eigen⸗ thümlichen Verhältniſſen eine geſpenſterhafte Erſcheinung zu ſein, glich Clara im Gegentheil einem ſpielenden Engel, wie die mütterliche Phantaſie ihn an der Wiegeihres Kindleins träumt.
Kaum hatte Clara die Gräfin bemerkt, ſo rief ſie auch ſchon mit dem ganzen, eindrucksvollem Zauber ihres ſil⸗ bernen Stimmchens:
— Ah! Mutter, biſt Du da? ich komme, ich komme.
Bei dieſen Worten breitete ſie die Arme aus und eilte in froher Haſt die Treppe hinab, ſo daß das Kind bereits an ihrem Halſe hing und ſie mit Küſſen bedeckte, als wenn es ſich ob ihrer Rückkehr nach jahrelanger Abweſenheit freuete, bevor die Gräfin noch Zeit gehabt hatte das Licht niederzuſetzen. Zwiſchen ihren Küſſen verſchmolzen ihre Worte, die, obwohl unverſtändlich, wie Perlen des Glückes in das Herz der Gräfin fielen. Die Senora erſtarb beinah unter des Kindes leidenſchaftlichen Liebkoſungen; ſprachlos drückte ſie die Kleine an ihre Bruſt und trank in Selbſt⸗ vergeſſenheit den verführeriſchen Mutternamen, der nun un⸗ aufhörlich von Clara's Lippen quoll.
Das Kind befreiete ſich endlich aus den Armen der Senora und während ſie ſich ſelbſt auf die unterſte Stufe neben dem hölzernen Treppenpfeiler niederſetzte, ergriff es mit freudigem Lächeln die Hand der Graͤfin:
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