Die hölzerne Clara.
— Domingo, ſeid Ihr da? — Ich warte ſchon lange, antwortete der Diener in
der Dunkelheit.
Nachdem Domingo die Thüre vorſichtig geöffnet, verließ die Gräfin mit ihrer Duena das Haus.
Vor dem Mägdehauſe angelangt, öffnete ſich die Hälfte der Thüre ſcheinbar von ſelbſt, denn hinter dem Thürfenſter⸗ chen wartete ihrer bereits der Vater des Mägdehauſes.
Die Mutter empfing die Frauen und führte ſie zum Sprachzimmer, wo ein Licht brannte.
— Edle Frau, Ihr habt lange gezögert, ſprach ſie zur Gräfin. Clara hätte längſt unten ſein können, denn ihre Stunde kommt nicht immer ſo pünktlich. Haltet Euch alſo bereit, edle Frau. Clara darf uns nicht ſehen; wir wollen unterdeſſen hier warten. Nehmt Euch in Acht, daß Ihr ſie nicht beim Namen nennt, ſie würde augenblicklich aus ihrem Schlaf erwachen.
— Es iſt kalt, bemerkte die Edelfrau; könnte das Kind nicht krank werden?
— Das hat keine Noth, edle Frau, ich habe für Clara Nachtkleider machen laſſen. Während ihrer Krankheit ſchläft ſie darin..... Horcht, ich höre ſie aus dem Bett aufſtehen. Schnell alſo; wir bleiben hier. Bei der Treppe ſteht ein Stuhl zu Eurem Dienſt..... Nehmt die Lampe edle Frau!
Die Gräfin wandte ſich mit dem Licht in der Hand nach der Treppe hin. Das Herz klopfte ihr gewaltig, ſie zitterte als wenn eine große Angſt ſie erfüllte. Trotzdem war es nur das Gefühl einer übermäßigen Freude, was ihre
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