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Die hölzerne Clara. 59
oder Arbeiterin; es wäre dies nur eine Urſache zur Eitel⸗ keit und Untugend.
— Dienſtmagd! Dienſtmagd! ſeufzte die Gräfin ſich erhebend. Nein, nein, es ſoll nicht ſein, o Gott!
Sie öffnete ein Käſtchen, nahm eine ſchwere Börſe her⸗ aus, die ſie der Mutter überreichte.
— Seht, theure Freundin, hier iſt eine Börſe voll Gold; ſie enthält eine anſehnliche Summe. Thut dies Alles in Clara's Sparbüchſe und verſchönert damit ihr Le⸗ ben; weigert Ihr Nichts, erfüllt ihre geringſten Wünſche, laßt ſie Alles lernen, macht ſie froh und glücklich, daß nicht der geringſte Verdruß das theure Kind betrübe. Thut dies und ſeid überzeugt, daß ich Euch für Eure Güte ewig dank⸗ bar ſein werde.
— Der Sparpfennig der Waiſen ſteht unter der Ver⸗ waltung der Vorſteher, edle Frau; wenn dieſen einmal das Geld übergeben iſt, ſo kann nur aus triftigen Gründen Etwas davon genommen werden. Ich kann es alſo zu dem Zwecke, den Ihr mir anweiſt, nicht gebrauchen.
— Warum tritt doch Alles meinen Wünſchen in den Weg! das iſt wahrlich unheilvoll.
— Wenn Ihr, edle Frau, dagegen einwilligt, daß ich einen geringen Theil dieſes Geldes zu meiner Verfügung behalte, ſo will ich ſo viel als möglich Euren liebevollen Wuͤnſch erfüllen.
— Ja, ja, ich danke Euch Mutter, daß Ihr mir ſo edelmüthig zu Hülfe kommt!


