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Die hölzerne Clara / von Hendrik Conscience. Aus d. Fläm. von O. L. B. Wolff
Entstehung
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56 Die hölzerne Clara.

wollte, und in dieſem Glauben bemühte ſie ſich ſelbſt der Senora Gelegenheit zu geben. Wohlwollen und Edelmuth hinderten ſie indeſſen direct auf ihr Ziel loszugehen. Sie fühlte, daß ſie die Grafin ſchonen und ihr kein Bekenntniß entreißen müſſe, was ſie zu machen vielleicht nicht geneigt war— wenn ſie ſich dennoch getäuſcht hätte?

Sehend, daß die Senora ſchwieg ſuchte ſie deren Auf⸗ merkſamkeit aufs Neue auf ſich zu ziehen.

— Seht, Gräfin, ſprach ſie, daß iſt Alles was ich von der hölzernen Clara und ihrer Geſchichte weiß.

— Hölzerne Clara! Warum hindert Ihr denn Eure Mädchen nicht ſich gegenſeitig ſo häßliche Beinamen zu geben?

— Ja, edle Frau, wollen und können iſt zweierlei. Wir haben auf wichtigere Dinge aufzupaſſen. Seid ver⸗ ſichert, daß ein Fähnlein Soldaten leichter denn ſo viele Mädchen in Ordnung zu halten iſt.

— Seht, Mutter, ich habe Euch erſucht zu mir zu kom⸗ men um von Euch zu erfahren, was Jemand, der die kleine Clara gern beſchirmen und begünſtigen möchte, für ſie zu thun vermag.

— Ich nehme an, daß dieſe Gönnerin die Gräfin d'Almata ſein wird? Sie kann erſtens: das Kind aus dem Mägdehauſe nehmen und es im eigenen Hauſe erzie⸗ hen; denn alle Waiſen ſind beſtimmt als Arbeiterinnen oder Mägde irgendwo in Dienſte zu treten, wenn ſie nicht, was auch wohl zuweilen geſchieht, das Haus in Folge einer an⸗ ſtändigen Verheirathung verlaſſen.

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