52 Die hölzerne Clara.
bemeiſtern und darum verließ ſie mit folgenden Worten das Zimmer:
— CEdelfrau, ich muß nach meinen Mädchen ſehen, denn es iſt keine kleine Sache ſo viele Waiſen in Ordnung zu halten. Bleibt indeſſen, wenn es Euch gefällt, ruhig hier mit Clara: Niemand wird Euch ſtören. Ich werde ſchnell wiederkommen......
— Senora, ſprach die Duena, als die Mutter das Zimmer verlaſſen, auf Spaniſch zur Gräfin, ſollte dieſe Frau Nichts vermuthen? Ich glaube im Gegentheil, daß ſie Alles errathen hat.
— Es iſt wohl möglich, Ines, antwortete die Edelfrau ohne Schrecken; indeſſen fürchte ich Nichts. Sie liebt das
Kind vielleicht ſo ſehr als ich; ſollte ſie ihm alſo etwas thun können was ihm Schaden brächte?
— Die Zunge einer Frau, Senora, wird zuweilen wider Willen zum Verräther.
— Ach Gott! Ines, betrübe mich nicht; laß mich die Seligkeit genießen.
— Ich ſchweige, Senora; genießt immerhin Euer Glück: es iſt bezahltt.............
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Als die Mutter eine halbe Stunde ſpäter zurückkehrte, ſprang Clara von dem Schooſe der Gräfin, und eilte ihr entgegen um ihr ein Buch zu zeigen.
— Ach, Frau Mutter, jauchzte das Kind fröhlich, ſeht nur dieſes ſchöne Gebetbuch mit goldnem Schloß und den vielen Bilderchen! Meiſter Jan van den Rozier, der
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