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Die hölzerne Clara / von Hendrik Conscience. Aus d. Fläm. von O. L. B. Wolff
Entstehung
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Die hölzerne Clara. 43

beſchützen können, ohnmächtig werden bei einem Kuſſe und ſich dennoch mit gebrochenem Herzen entfernen müſſen! o Gott! einen Händedrnck, einen Kuß, ein Lächeln von ſei⸗ nem eigenen Kinde ſtehlen und mit ihm reden müſſen als wenn es eine Fremde wäre! Vergehen und ſtets das glü⸗ hende Schwert der Schande über ſeinem Haupte ſchweben ſehen, gegen Natur und Geſellſchaft blutig ankämpfen und hundertmal unter dem unerbittlichem Schickſal zerſchmet⸗ tert niederſinken! Arme Mutter!............ Aber wer kann es wiſſen? Ich irre mich vielleicht— und dann wäre meine Vermuthung ein der Gräfin ganz unwür⸗ diger Hohn— Wie dem auch ſein mag, die Gräfin iſt gut, ſie liebt das Kind feurig was ich über Alles lieb habe: was auch das Geheimniß ihres Herzens ſein möge, ich werde es nicht verrathen— dafür bewahre mich Gott! Und wenn ſie Vergnügen daran findet— und ich zweifle nicht daran— wenn ſie in Clara's Anblick und in ihrem ſüßen Lächeln die mütterliche Seligkeit koſten will.... ſo möge ſie kommen die arme Mutter, ich werde ihr behülflich ſein........

— Frau Mutter, rief jetzt die Schließerin, hier iſt Schweſter Begga von den Annunciaten, ſie kommt wegen des Chorhemdes für den Kanonikus Visschers!

— Ich komme, ich komme! antwortete die Mutter haſtig, indem ſie ſchon der Schweſter entgegeneilte.