Die hölzerne Clara.
Zwei Thränen trocknend öffnete die Duena die Thür und als ihre Gebieterin eingetreten war, ſchloß ſie dieſelbe ſorgfältig wieder zu.
Unterdeſſen war die Mutter des Mägdehauſes gedan⸗ kenvoll vor ſich hin ſprechend nach dem Sprachzimmer zu⸗ rückgekehrt, um dort die Laden, in denen die Spitzen ver⸗ ſchloſſen wurden, wieder zu ſchließen. Als ſie indeſſen dort angelangt war, hatte ſie jedoch bereits wieder vergeſſen was ſie denn eigentlich thun wollte, und ſo ſank ſie denn faſt bewußtlos in einen Stuhl und ſprach, die Augen zu Boden gerichtet, endlich leiſe und langſam vor ſich hin:
Aber die Geſchichte von dem abgebrannten Dorfe und dem mitleidigen Soldaten?— Sollte dies denn eine Erdichtung ſein?— Houtvelt? Ein ſonderbarer Name. — Es iſt vielleicht ihre Schweſter..... aber wäre dies möglich? Iſt Clara wohl älter als zwölf Jahre? Nein, viel⸗ leicht iſt es eine Nichte, eine Tante.... Wer weiß? Aber iſt es möglich, daß eine Nichte, eine Tante— eine Schweſter ſelbſt— bei einem einzigen Kuſſe auf den Mund eines Kindes ſich entfärbe, ohnmächtig werde, Thränen vergieße? Könnte dieſes unwiderſtehliche, dieſes hinreißende Gefühl wohl ein anderes ſein als das, was die Gräfin beim Anblicke ihrer Rührung in meinem eigenen Herzen entzündete? Was beherrſcht Anderes die Seele einer Frau wenn nicht die Mutterliebe?.... Ach, ich begreife! Arme Mutter, was muß ſie leiden! Ein Kind, ſo ſchön und bezaubernd! Es ſeit Jahren nicht geſehen haben, es wiederfinden unter Mäd⸗ chen die zum Dienen erzogen werden, es weder erlöſen noch
beſchütz ſich den Gott!
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Schweſ des Ch
haſtig,


