Die hölzerne Clara.
— Ich möchte der Sängerin gern ein Geſchenk machenz könnte ich ſie vielleicht noch einmal ſehen?
— Augenblicklich, edle Frau, antwortete die Mutter und eilte aus dem Zimmer.
— Um Gottes Willen, Senora, was thut Ihr da! rief die Duena mit gefalteten Händen.
— Ich will ſie noch einmal küſſen ehe ich gehe und ſollte ich darüber das Leben verlieren, Ines.
— Möge Euer Schutzengel Euch beiſtehen, Senora; die Gefahr iſt groß! Vorſichtig, vorſichtig, da iſt ſie bereits.
Clara ward von der Mutter zur Gräfin geführt; dieſe ergriff ihre Hand.
— Liebes Kind, Deine Stimme und Deine Anmuth haben mich bezaubert, ſagte ſie. Ich muß Dich doch für Deinen ſchönen Geſang belohnen. Da nimm Dies von mir als von einer Freundin die Dich liebt.
Das Kind betrachtete erſtaunt das glänzende Geſchenk in ſeiner Hand. Das war ein Scheerchen mit ſilbernen Au⸗ gen und ein Nadelbüchschen, von demſelben Metall.
— Küſſe nun die Senora, ſprach die Duena.
Clara voller Freude über das niedliche Scheerchen und das noch ſchönere Nadelbüchschen, ließ ſich das nicht zwei⸗ mal ſagen und hob ihre Arme, ein holdes Lächeln in den Augen, zur Gräfin empor. Dieſe küßte und küßte das Kind bis die Duena mit der ſtrengen Bemerkung:
— Senora, der Graf wartet Eurer; er wird ſonſt über unſer langes Ausbleiben ungehalten werden, dazwiſchen⸗
trat, waͤhrend ſie ſelbſt einige Schritte nach der Thür hin that.
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