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Die hölzerne Clara / von Hendrik Conscience. Aus d. Fläm. von O. L. B. Wolff
Entstehung
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lebe, nicht verlaſſen. Was denkt Ihr, Gräfin, von dieſer ſchönen Stimme?

Senora war von einem unwiderſtehlichen Gefühle be⸗ herrſcht; und kaum vermochte ſie zwei Thränen zurück zu halten, die gewaltſam ſich aus ihren Augen ſtahlen. Die Duena bemerkte den innern Kampf ihrer Gebieterin und ergriff ſie, um ſie zur Beſinnuung zu bringen, heimlich bei der Hand. Ohne weder dieſes Zeichen noch die Frage der Mutter zu beachten, erhob ſich die Edelfrau von ihrem Seſſel und ging gerade zu Clara hin, die aus Ehr⸗ furcht vor der Fremden gleichfalls aufſtand und die Augen beſcheiden niederſchlug.

Bebend ergriff die Gräſin des Mädchens Hand und ſprach ſtammelnd:

— Welche engelgleiche Stimme haſt Du doch, mein Kind! Sieh mich doch an, meine Kleine; fürchteſt Du Dich denn vor mir?

— Ach nein, Edelfrau, antwortete ſie; ſprecht Ihr doch ſo freundlich zu Eurer Dienerin!

— Dienerin! ſeufzte die Dame ſchmerzlich, während ſie die Hand der Waiſe noch zärtlicher drückte. Willſt Du mich wohl umarmen, Clara?..... o, Du ſingſt ſo ſchön!

— Umarmen, Edelfrau? fragte das Mädchen ver⸗ ſchämt. Ich möchte wohl, aber ich darf nicht.

Kaum waren dieſe Worte dem Munde des Kindes ent⸗ fallen, als die Senora daſſelbe beim Kopfe ergriff und es ſo lange und mit einer ſolchen Leidenſchaft küßte, daß die

Die hölzerne Clara. 37