Druckschrift 
Die hölzerne Clara / von Hendrik Conscience. Aus d. Fläm. von O. L. B. Wolff
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Die hölzerne Clara.

uena mit— Das Chriſtlied! Clara, Kind, ſing Du vor; Deine leicht oft Schweſtern ſollen den Gruß(die Salution) wiederholen. ſch weiter Clara ſtand da vor dem Pulte wie ein poetiſches Bild des Kindes. Ihre Glieder waren außerordentlich zart, Wollt vielleicht etwas mager, doch dies that ihren zwölf Jahren ren? keinen Eintrag. Ihre großen Augen ſchienen das Blau in; aber des Himmel zurück zu ſtrahlen, ihr Mündchen war klein bin ſehr wie ein gefaltetes Roſenblatt und das Grübchen auf ihrer Wange lieblich wie ein glänzendes Sternchen. Was ſie je⸗ Saales doch am Meiſten vor ihren Genoſſinnen auszeichnete, aber mit ver⸗ zu ihrem platten Mützchen, ihrer Schürze und ihrem wolle⸗ ccte die nen Leibchen am Wenigſten paßte, das war die Würde ihrer zu den Haltung und etwas Unausſprechliches in ihrem Blicke, was in ihr das Kind hoher Eltern vermuthen ließ. Unter ihren igen zu Geſpielinnen ſelbſt war Keine, die dieſen Eindruck nicht bereits erfahren hatte; alle waren überzeugt daß Clara atter zu von keinen geringen Eltern ſtammen könne, obſchon er Auf⸗ dieſer Glaube ſich bei ihnen nur auf die würdige Haltung und die edle Seele dieſes reinen und ſchönen Kindes grün⸗ 1 glaube dete. Als Clara von der Mutter das Zeichen zum An⸗ ee Vor⸗ fang erhalten hatte, erhob ſie ihr ſchmeichelnd hohes 5

Stimmchen und ſang:

Clara, Maria ende Joseph mede Voeren beyde te samen

zenora Tot Bethleem ter stede,

„

Daer si haer herberghe namen.*

Duena—

ſich zu 1.

8*) Das hier mitgetheilte Chriſtlied iſt ein alter vlämiſcher

Die hölzerne Clara. 3