Die hölzerne Clara.
— Ihr irrt Euch, Mutter, antwortete die Duena mit Haſt doch ſehr kaltblütig. Meine Gebieterin erbleicht oft plötzlich; es iſt dies ein nervöſes Uebel, was jedoch weiter Nichts bedeutet. 3
— Ah!l um ſo beſſer, verſetzte die Mutter. Wollt Ihr, edle Frau, das Lied vielleicht noch einmal hören?
— Ach ja, ich würde Euch dafür dankbar ſein; aber erlaubt, daß ich mich ein wenig ſetze, denn ich bin ſehr ermüdet.
Die Mutter eilte nach dem obern Ende des Saales und holte ihren eigenen mit Leder überzogenen und mit ver⸗ goldeten Nägeln beſetzten Seſſel herbei. Sie erſuchte die Gräfin ſich darauf niederzulaſſen und ſprach dann zu den Mädchen gewandt:
— Kinder, dieſe Edelfrau wünſcht Euch ſingen zu hören. Clara Houtvelt ſtelle Dich vor das Pult.
Während die Waiſen ſich anſchickten Ihrer Mutter zu gehorchen, fragte die Gräfin mit ſchlecht bezwungener Auf⸗ regung:
— Clara Houtvelt, ſagt Ihr, Mutter? Ich glaube Ihr habt von einer(hölzernen) Clara geſprochen, die Vor⸗ ſängerin iſt?
— Ja, edle Frau, Clara Houtvelt iſt Houten Clara, das liebe Engelchen, was dort vor dem Pulte ſteht.
Und ohne weiter auf den Geſichtsausdruck der Senora, noch auf die ängſtliche Aufmerkſamkeit, womit die Duena ihre Gebieterin betrachtete, Acht zu geben, wandte ſie ſich zu den Mädchen:
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