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Die hölzerne Clara / von Hendrik Conscience. Aus d. Fläm. von O. L. B. Wolff
Entstehung
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in dieſes Zimmerchen zu treten. Und unter die Thur ſchrei⸗ tend rief ſie nach oben:

— Frau Mutter, Frau Mutter, kommt ſchnell herab! Hier iſt eine ſchöne Edelfrau, die Euchzu ſprechen verlangt!

Einen Augenblick ſpäter erſchien eine Frau von viel⸗ leicht vierzig Jahren im Sprachzimmer. Geſundheit und Gemüthsruhe ſpiegelten ſich in ihrem Angeſicht und ihre ganze Erſcheinung zeugte von Güte und Frieden. Sie ver⸗ neigte ſich vor der Senora, und bot ihr höflich einen Seſſel an.

— Welche Ehre, edle Frau, ſprach ſie, daß die Grä⸗ fin d' Almata unſer Haus und ſeine armen Waiſen eines Beſuches würdigt! Worin können wir Euch dienen?

— Wohlan, Frau Mutter, ich wünſche einige ſchöne Spitzen zu kaufen und bei dieſer Gelegenheit eine Stiftung zu ſehen, die ſo berühmt iſt ob ihrer Reinheit und ihrer Zucht.

Die Mutter öffnete haſtig eine große Lade und breitete große Stücke Spitzen vor den Augen der Edelfrau aus. Dieſe jedoch konnte ihre Ungeduld nicht bezwingen.

— Ja, ſprach ſie, die Spitzen ſind außerordentlich ſchön und ich werde deren gewiß kaufen; wollt Ihr aber, Frau Mutter, nicht die Güte haben mir vorerſt Eure Waiſen zu zeigen wenn ſie bei der Arbeit begriffen ſind?

Ohne dieſer Bitte die ſchuldige Aufmerkſamkeit zu ſchenken, fing die Mutter plötzlich an die Se⸗ nora verwundert zu betrachten, und zwar in einer Weiſe, die keineswegs von Unhöflichkeit frei zu ſpre⸗ chen war.