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Die hölzerne Clara / von Hendrik Conscience. Aus d. Fläm. von O. L. B. Wolff
Entstehung
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Die hölzerne Clara. 27

In der Gaſthuisſtraße ſteht ein Haus mit ſeltſamem, gothiſchem Giebel, deſſen oberſtes Fach mit einer ſymboli⸗ ſchen Darſtellung der heiligen Dreifaltigkeit geziert iſt. Ueber der Hauptthür befindet ſich ein in erhabener Bild⸗ hauerarbeit ausgeführtes Gemälde, eine Anzahl junge Mäd⸗ chen vorſtellend, die von einer Mutter oder Lehrerin unter⸗ richtet werden, wie auch einige Waiſen an der Thüre des Stifters. Unter dieſer kunſtvollen Bildhauerarbeit lieſt man folgende Erklärung über den Urſprung und Zweck des Mägdehauſes:

Tot eerlick onderhout van Myskens Cleene, Die Nasnaels duer armoede mochten sneven,

Heeft een godfurchtig man wt liefde alleene Dit godhuys wel begaeft, onbekennt in d'leven*⁴)

Dese goede man is wt dit leven gescheyden,

den XIX november MDLXII. Hy heetft geleeft LXXIIIjaren ende was geraempt Jan van der Meere Coopman alhier**)

Vor dieſem Hauſe war es, wo die Gräfin d' Almata am frühen Morgen mit ihrer Duena ſich zeigte. Dieſe

*) Anmerkung. Dieſe Inſchrift heißt auf Deutſch: „Zum ehrlichen Unterhalt kleiner Mädchen, die ſonſt der Ar⸗ muth anheimfallen würden, hat ein gottesfürchtiger, wäh⸗ rend ſeines Lebens unbekannter Mann dieſes Gotteshaus aus Liebe reich bedacht. D. Ueb.

**) Anmerkung. Auf Deutſch: Dieſer gute Mann iſt am 19ten November 1562 aus dem Leben geſchieden. Er war 73 Jahre alt, hieß Jan van der Meere und war Kaufmann allhier. D. Ueb.