Die hölzerne Clara.
ich will dabei in meiner Erzählung immer fortfahren.— Aber das leiſe Sprechen wird doch läſtig, es erſtickt mich beinahe.— Wäͤhrend ich mich noch mit der weinenden Anna Canteels unterhielt, ging plötzlich die Thüre auf und ein gräßlicher Soldat mit langem Knebelbart und abſcheu⸗ lichem Geſicht ſchwankte herein. Es war ihr Mann: Der trunkne Kerl beſah mich mit mißtrauiſchem Blicke und brach in Zorn aus als er bemerkte, daß Thränen über die Wangen ſeiner Frau rollten. Mit wüſter Gewalt riß er ſie vom Stuhle, ſchleppte ſie in eine Ecke und verlangte, fluchend und ſchwörend, die Urſache meiner Anweſenheit zu erfahren. Die arme Anna widerſtand ihm einen Augenblick aber grau⸗ ſame Mißhandlungen zwangen ſie ſchuell genug zum Be⸗ kenntniß. Dann fabelte der wüthende Soldat von Belohnung und von Geld bis ich Alles, was meine Taſche enthielt, vor ihm ausgeſchüttet. Ich habe verſprochen ihm wöchentlich eine Gabe zu bringen. Er iſt ganz gezähmt, denn..... horcht, Senora, da höre ich den Grafen d' Almata die Treppe heraufkommen. Wie gut daß Ihr zum Ausgehen fertig ſeid!
In der That trat der Graf d' Almata mit freundlichem Lächeln in das Zimmer. Am Spiegel wartete er noch ei⸗ nen Augenblick bis ſeine Gattin ihre Toilette gänzlich be⸗ endet hatte. Mit Bewunderung und Freude bemerkte er wie ihre Augen im Feuer eines neuen Lebens glänzten und ſelbſt oft mit dem Ausdrucke der innigſten Liebe auf ihm ruheten. Er glaubte darin das Gefühl der Dankbarkeit für ſeine Nachgiebigkeit am Morgen zu ſehen, und erfreuete
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