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Die hölzerne Clara / von Hendrik Conscience. Aus d. Fläm. von O. L. B. Wolff
Entstehung
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Die hölzerne Clara. 21

Augen und ſchluchzend bat ſie um Verzeihung. Aus ihrem Munde vernahn ich auch wie ſie ſie bei einem Bauer, von dem Schatze, den Ihr ihr gelaſſen, einige Jahre hatte ver⸗ pflegen und erziehen laſſen. Später iſt Anna Canteels lie⸗ derlich geworden und mit Soldaten in Berührung gekom⸗ men, die ſie zu einem ſchlechten Leben und zur Verſchwen⸗ dung verleiteten. Zuletzt hat ſie Einen unter ihnen gehei⸗ rathet und wahrſcheinlich den Schlechteſten unter Allen; dieſer hat ihr durch Schläge und allerlei Mißhandlungen anderer Art das Geld entriſſen, was ihr anvertrauet war. Allein ſie hat daſſelbe jedoch nur unter der Bedingung her⸗ gegeben, daß ihr Loos ſicher geſtellt würde. Es wäre zu weitläufig Euch zu erzählen, wie ſie eine traurige Geſchichte von einem todten Soldaten und einem verbrannten Dorfe erfunden und es durch Fürſprache reicher Leute endlich da⸗ hin gebracht haben, daß ſie in das Waiſenhaus aufge⸗ nommen wurde. Gegenwärtig befindet ſie ſich alſo hier neben an im Mägdehauſe und die Mädchen nennen ſie unter einanderdie hölzerne Clara.

Hölzerne Clara! ein Spottname! ihr! Gott, iſt ſie vielleicht ein Gegenſtand der Verfolgung?

Ach nein, Senora; man nennt ſie nur ſo weil ſie die Gewohnheit hat ſtets ganz gerade und aufrecht zu ge⸗ hen; wie es ſcheint haben alle Waiſenmädchen einen Spitz⸗ namen bekommen und hölzerne Clara wird vielleicht noch einer der ſchönſten ſein. Aber laßt mich doch fortfahren; ich höre unten bereits Geräuſch. Kommt hierher vor den Spiegel, Senora, damit ich Euch bei Eurer Toilette helfe;