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Die hölzerne Clara / von Hendrik Conscience. Aus d. Fläm. von O. L. B. Wolff
Entstehung
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20 Die hölzerne Clara.

Fört denn meine Erzählung mit Geduld an, Se⸗ nora. Die Zeit iſt koſtbar, denn Domingo hat mir bei mei⸗ ner Rückkehr geſagt, daß Ihr mit dem Grafen augenblicklich ausgehen würdet.

Es iſt wahr, was Domingo ſagte; beeile Dich alſo!

Wohlan. Ich wußte heute nicht mehr wohin ich gehen oder bei wem ich mich erkundigen ſollte. Kein Wun⸗ der, Senora, es dauert bereits vierzehn Tage, dieſes nutzloſe Suchen. So wollte ich eben unverrichteter Sache nach Hauſe zurückkehren, als mich eine alte Frau, die früher zu⸗ weilen in dem Hauſe des Herrn Grafen gearbeitet und ge⸗ ſcheuert hat; auf der Straße anredete und ſich nach Euch erkundigte. Ihr werdet ſie wohl noch kennen, Senora, da ſie auch bei Eurem Vater arbeitete.

Meinſt Du Thereſia Coſterlings?

Ja, dieſelbe. Ein Wort gab das andere und ſo brachte ich das Geſpräch endlich auch auf Anna Canteels und ich vernahm von Thereſia, daß ſie einen ſchlechten Lebenswandel geführt und endlich einen Soldaten geheira⸗ thet habe, mit welchem ſie in der Kloſterſtraße ein Zimmer in einem ſchlechten Häuschen bewohne. Voller Freude be⸗ gab ich mich in das ſpaniſche Quartier und nach vieler Mühe entdeckte ich endlich auch ihre Wohnung. Ach! Senora, dieſe Frau iſt zu beklagen! ausgemergelt und gelb, mager wie ein Geripp und unreinlich; es iſt kaum zu glau⸗ ben. Gleichwohl muß das Herz der unglücklichen Solda⸗ tenfrau noch gut ſein, denn kaum ſing ich an von Euch zu ſprechen, ſo ſtürzten ihr auch ſchon die Thränen aus den

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