Druckschrift 
Die hölzerne Clara / von Hendrik Conscience. Aus d. Fläm. von O. L. B. Wolff
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Die hölzerne Clara.

vergeſſen habe hat Euch meiner Sorgfalt anvertrauet. Ich erfülle nur der Ehe heilige Pflichten und was Ihr auch dagegen ſagen oder thun möget, Catalina, ich will und werde entdecken was Ihr hier in Niederland ſucht und ich nicht wiſſen darf. Ich geſtehe gern, daß Euch mein Be⸗ tragen peinlich ſein muß wenn Ihr frei ſeid von jedem Vor⸗ wurf, und noch lieber geſtehe ich Euch, daß ich Euch für ehrbar halte und treu; aber wachen muß ich über Euch, denn das Herz täuſcht ſich zuweilen, und in dem unver⸗ brüchlichen Geheimniſſe, in welches Ihr Euch hüllt, liegt vielleicht eine drohende Gefahr verborgen. Ihr ſeht, daß ich zum wenigſten unverholen ſpreche da ich das Recht auf meiner Seite habe. Ihr, Catalina, könnt freilich dies nicht ſagen, denn wer ſich verbirgt und verſteckt muß wiſſen, warum er dies thut.

Die Senora empfand ob ihrer Uebereilung eine ſchmerz⸗

iiche Reue, ihr Zorn war unter dem Einfluſſe der letzten

Worte des Grafen ganz verſchwunden. Ein Lächeln auf den Lippen und eine Thräne in jedem Auge näherte ſie ſich ihm, und ſeine Hand mit Zärtlichkeit erfaſſend, ſprach ſie bittend:

Guter Caliſto, verzeiht mir; ich habe Unrecht. Aber warum mir auch ein ſolches Mißtrauen zeigen? Warum mich über eine unbedeutende Sache ausfragen wie eine An⸗ geklagte, die vor ihrem Richter ſteht? Ihr verlangt, daß ich fröhlich und lebendig ſei, daß ich Euch Freundſchaft beweiſe und eine heitere Gefährtin werde? Wohlan, hört auf mich

ſo ängſtlich zu bewachen, gönnt mir die Freiheit, die anderen

Beſſe tes, räthſe friede Erklä Ihr! daß I ich bir Seid zen loͤ mange ſend trauen mit m