329
Wund Du nicht zu dumm oder zu feig, Du würdeſt es bald gefunden haben.“ nelte„Aber welches Mittel? Um Gotteswillen, ſpre⸗
chen Sie!“ bat Pottewal, bebend vor Erregung. velen„Vergeblich,“ entgegnete Romys;„hätteſt Du Seelenſtärke genug, um Deine Pflicht zu erfüllen, iſt.. dann würdeſt Du von ſelbſt Deine Pflicht begreifen.“ inem„Aber Sie foltern mich unbarmherzig, Vater,“ rief Pottewal.„Um mein Kind, um meine arme Frau vor dieſem Brandmal zu bewahren, wollte ich urück mit Freuden zwanzigmal ſterben!“ „Sterben?“ murmelte Romys.„Gäbe Gott, daß Du bei der Nachricht von Deinem Fall geſtorben
wäreſt... Die Todten verurtheilt man nicht.“ Ver⸗: Pottewal ſprang zurück, griff mit den Händen inen in ſeine Haare und blickte mit einem ſeltſamen Du Lachen ſeinem Schwiegervater in die Augen. Er tau⸗ war todesbleich; er zitterte und ſchien in der That frau mit Wahnſinn geſchlagen. elbſt„Welches Licht!“ murmelte er mit trockener Kehle. icht„Es ſollte wahr ſein? Der Name meines Vaters, tück der Name meines Kindes?... kein Brandmal auf und meinem Grabe? Das Gefängniß ſollte ſich nicht zan⸗. ſchließen hinter mir?... Ach, ach, mir ſchwindelt, wã⸗— ich träume, es iſt Nacht vor meinen Augen... aber, ſem aber, Dank Ihnen dennoch; es wird nur ein einzi⸗ dein ges Opfer geben. Leben Sie wohl, Romys, ſeien
Sie der Vater meines Kindes... Gott wird es 12“ Ihnen lohnen!“
Indem er dieſe letzten Worte ausſprach, war er
reſt im Begriff, das Zimmer zu verlaſſen und eilte mit
blinder Haſt hinweg... aber die Thüre flog auf,


