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Die Bürger von Darlingen : Sittengemälde in zwei Abschnitten / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von Dr. C. Büchele
Entstehung
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Romys ſchien bei dieſen letzten Worten von der äußerſten Wuth zu entbrennen; er erblaßte ſchrecklich, ſank auf einen Stuhl und ſtieß von da mit bebenden Lippen, als wäre er vom Schlage bedroht, heraus:

Niederträchtiger, Dummkopf, feige Schlange, die ſich in mein Haus geſchlichen hat, um eine alte Fa⸗ milie mit ihrem Gift zu beſpritzen! Du biſt alſo geboren als ein Fluch des Herrn, um die Urſache meines Unglücks und meines Todes zu ſein? Schreck⸗ lich! Du biſt ſo ruhig wie ein Teufel, und Du ſcheinſt zu lachen bei der Verzweiflung eines unſchul⸗ digen Schlachtopfers. Gibt es denn keine Blitze mehr im Himmel, um ein ſolches Ungeheuer zu zer⸗ ſchmettern!

Pottewal zitterte; ſeine Lippen verzogen ſich zu einem bittern Ausdruck und in ſeinen Augen fun⸗ kelte ein düſteres Licht.

Sie, Sie beſchuldigen mich? rief er.Ha, müßten die Blitze des göttlichen Zorns hier ein Opfer ſuchen, ſie fielen nicht auf mein Haupt, ſondern auf das Ihrige. Die Schlange, die dahinſchleicht, die

betrügt und mit ihrem Gift das Leben eines un⸗ ſchuldigen Mannes vergiftet, ſind Sie. Ich bin ſchwach geweſen, dumm und niederträchtig, allerdings: wie hätte ich mich ſonſt zu einer Ehe ohne Liebe verlei⸗ ten laſſen durch Ihre heuchleriſche Schmeichelei? Wie hätte ich nicht die Tyrannei zerſchmettern ſollen, die mich angetrieben hat, meine Ehre und mein Vermö⸗ gen auf's Spiel zu ſetzen? Ja, ja, Sie haben meine Einfalt und meine Gutherzigkeit mißbraucht. Mich werden die Menſchen verurtheilen; aber Sie, Sie werden verurtheilt werden von Gott! Bereits ſtraft