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Herr Romys ſah gleichfalls ſehr niedergeſchlagen aus: er war bleich und roth um die Augen, gleich Jemand, der Stunden lang geweint hat.
Eine Weile ſahen beide Männer einander an, ohne zu ſprechen. Dann ſagte Romys in klagendem Ton und ohne merklichen Zorn:
„Entſetzliches Unglück! Arme Familie! Sechs⸗ hundert tauſend Francs an einem Tage verloren! Ich begreife Ihre tödtliche Verzweiflung, Franz. Wie ich noch lebe, iſt mir unerklärlich. Der ver⸗ hängnißvolle Schlag hat mich zerſchmettert. Dreimal fiel ich von einer Ohnmacht in die andere; ich raufte mir die Haare aus, ich zerfleiſchte mir die Bruſt, ich vergoß Ströme von Thränen... mein Geiſt war hinweg; mir drang ſich die Ueberzeugung auf, daß ich auf immer mit Wahnſinn geſchlagen wäre. Wehe, daß es doch ſo geweſen wäre! Die Wahnſinnigen haben kein Bewußtſein ihres Unglücks— aber gleich⸗ wohl wird es nicht lange mehr mit mir dauern: dieſes Unglück wird die Urſache meines frühen Todes ... Es ſind doch ſechshundert tauſend Francs, nicht wahr? Man hat mich nicht getäuſcht? Und ſie ſind abſolut verloren? Nun, antworten Sie mir, Franz; ich kann Ihnen vielleicht noch guten Rath geben, um den Verluſt der Familie um ein Weniges zu ver⸗ mindern.“ 1
„Wo iſt meine Frau?“ fragte Pottewal.
„Ihre Frau?“ wiederholte Romys.„Iſt ſie nicht hier?“
„Sie iſt bei Ihnen geweſen; ſie wollte Sie um Etwas bitten.“
Conſeience, Die Bürger v. Darlingen. 21


