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„Nun ſchnell!“ rief Jan Blondeel.„Noch eine kleine halbe Stunde, und der Zug geht ab, wir haben keine Zeit zu verlieren. Was mich betrifft, ich werde noch dieſen Abend zu meinem Notar gehen und das nöthige Geld erheben. Jetzt nach Darlingen!“
„Ich gehe mit,“ ſagte Hermina;„ich will meine gute Mutter ſehen. Was wird ſie gelitten haben!“
Jan Blondeel eilte in ein Kabinet, um ſeinen Schlafrock abzuwerfen.
Plötzlich fiel Madame Pottewal vor ihrer Schwe⸗ ſter auf die Kniee und rief in rührendem Ton:
„Hermine, Verzeihung, Verzeihung! Ich habe Dir in meinem Leben ſo viel Kummer angethan; aber ach, wüßteſt Du jetzt, wie die Dankbarkeit, wie die Liebe nun in meinem Buſen lodert als eine hei⸗ lige Flamme, welche niemals erlöſchen ſoll! Edel⸗ müthiges Herz, Dir bin ich die Ehre, das Leben mei⸗ nes Mannes und meines Kindes ſchuldig. Sei ge⸗ ſegnet; ich werde zu Gott beten, täglich beten, daß er die Kinder meiner Wohlthäter auf Erden glücklich laſſen werde.“
Oheim Blondeel trat in das Zimmer.
„Kommt, kommt,“ ſagte er.„Die Zeit iſt koſt⸗ bar. Beeilt Euch, Freunde, oder es möchte zu ſpät ſein!“
Hermina warf Fräulein Marie die Arme um die Schulter und murmelte zwiſchen der Umhalſung:
„Du wirſt auf Ernſtchen und Herminchen Acht geben? Du wirſt über ihnen wachen, wie eine zweite Mutter, nicht wahr?“


