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Die Bürger von Darlingen : Sittengemälde in zwei Abschnitten / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von Dr. C. Büchele
Entstehung
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dieſe einzige Frucht Deiner Arbeit und Deiner jahre⸗ langen Kümmerniſſe, und ſollteſt alſo das Vermögen Deiner Kinder wegſchenken? Das ſoll nicht geſchehen; ich bin hier, um die armen Kleinen zu vertheidigen!

Meiner Kinder? wiederholte Ernſt mit ſelt ſamem Stolze in ſeinem Blick.Bringe ich nicht um meiner Kinder willen dieſes Opfer? Ihr Ver⸗ mögen, ſagen Sie? Vermögen? Wenn der Name ihrer Mutter entehrt wäre? Nein, nein, o Himmel, kein Fleckchen auf der Stirne meiner Hermina! Das Vermögen kann man gewinnen und verlieren und wieder gewinnen; aber die verlorene Ehre bekommt man nimmer zurück. Ich habe Muth, ich bin ſtark, Gott wird mich beſchirmen. Da, Hermine, kann die⸗ ſes Geld Deine Schweſter retten, ſei glücklich; unſere Kinder werden zum Mindeſten mit aufrechtem Kopfe in der Welt gehen dürfen.

Während Hermina mit der Brieftaſche zu ihrer Schweſter eilte, faßte Jan Blondeel die Hand von Herrn de Cock und ſagte mit Thränen in den Augen:

Ernſt, Freund, Du haſt ein beſſeres Herz als ich; Deinem Vorbilde will ich folgen. Das Geld, welches Du opferſt, um die Ehre unſerer Familie zu retten, reicht nicht aus: es fehlen noch achtzig tau⸗ ſend Francs. Ich werde ſie geben.

Mein Gott, mein Gott, iſt es möglich! rief Thereſe, beinahe wahnſinnig vor Glück.Mein armer Mann, mein unſchuldiges Kind gerettet? Sie ſollen gerettet werden?

Die erſchütterte Frau wollte ihrem Oheim an den Hals fliegen und ſtreckte bereits die Arme nach ihm aus, aber ſie hatte die Kraft nicht mehr, ſich aufzu

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