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Die Bürger von Darlingen : Sittengemälde in zwei Abschnitten / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von Dr. C. Büchele
Entstehung
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grauſamer Spruch ihn zu vieljährigem Gefängniß verurtheilen...

Ein doppelter Angſtſchrei ertönte durch das Zimmer.

Und noch nicht genug, fuhr Thereſe mit hohler Stimme fort,ich ſoll Mutter werden! Das Kind, das Gott mir beſcheeren will, wird zur Welt kom⸗ men, wehe, wehe, mit einem ſchrecklichen Brandmal auf der Stirne!

Und ein Strom von Thränen ſtürzte der un⸗ glücklichen Frau aus den Augen. Hermina umarmte ſie und weinte mit dem Geſicht an ihrem Buſen.

Fräulein Marie, von Thereſens letzter Enthül lung in tiefſtem Herzen getroffen, wandte ſich mit flehenden Händen zu ihrem Bruder.

Jan, Jan, rief ſie,laß uns Etwas für un⸗ ſere unglückſelige Nichte chun. Müſſen wir auch einen guten Theil unſeres Vermögens abtreten, wohlan, der Herr des Himmels wird uns dieſes Opfer an⸗ rechnen. Du ſchüttelſt den Kopf? Du weigerſt Dich, Bruder? O, könnteſt Du gefühllos bleiben bei dem tödtlichen Schmerz einer armen Mutter?

Gefühllos? wiederholte Herr Blondeel, ſich die Thränen aus den Augen wiſchend;nein, Schwe⸗ ſter, gefühllos gewiß nicht; aber mein Mitleid, wie groß es auch ſei, verblendet mich nicht ganz. Zwei hundert tauſend Francs? Es iſt beinahe unſer ganzes Vermögen. Ich habe auch Kinder, ich habe eine Schweſter, über deren Zukunft ich wachen muß. Wir ſind zu alt, um noch Geld verdienen zu können. Du ſollteſt arm ſein und Mangel leiden in Deinen alten Tagen, Marie? Die unſchuldigen Weſen,