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Die Bürger von Darlingen : Sittengemälde in zwei Abschnitten / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von Dr. C. Büchele
Entstehung
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Da, nimm, Thereſe, ſagte ſie.Alles, was ich beſitze. Zehntauſend Francs und meine Juwelen.

Aber Madame Pottewal betrachtete mit trauri⸗ gem Blick die angebotenen Gegenſtände und ſchüttelte ſchmerzlich den Kopf.

Nein, meine gute Hermina, murmelte ſie,Du biſt nicht reich, Du haſt Kinder. Was Du mir ſo edelmüthig geben willſt, kann uns doch nicht helfen.

Sie ſchaute noch einmal mit beſonderer Aufmerk⸗ ſamkeit ihren Oheim an und ſchien in der Tiefe ſeines Herzens leſen zu wollen. Ein hohler Seufzer ſtieg aus ihrer Bruſt empor, und ſie ſank auf einen Stuhl nieder, als unterliege ſie einer völligen Muth⸗ loſigkeit.

Hermina legte ihre Juwelen auf den Tiſch, ſetzte ſich zu ihrer Schweſter und ergriff deren Hände.

Komm, liebe Thereſe, ſagte ſie,ſei nicht ſo hoffnungslos; Du wirſt nicht ohne Freunde, nicht ohne Hülfe auf der Welt bleiben. Mein Mann iſt ſo edelmüthig! Wir wollen Dir beiſtehen, Dich tröſten...

Tröſten! O mein Gott! rief Madame Potte⸗ wal.Es gibt auf Erden keinen Troſt mehr für mich. Urtheile ſelbſt, Schweſter; Du kennſt mein Unglück noch nicht ganz. Mein Mann war krank geworden, ſeine Sinne waren in Verwirrung ge⸗ rathen. O, wie ſchuldig bin ich gegen ihn geweſen⸗ Er hat Monate lang Handelsgeſchäfte gemacht, ge⸗ kauft und verkauft, ohne in ſeinen Büchern Etwas aufzuzeichnen. Das Geſetz iſt unerbittlich. Der un⸗ glückliche Pottewal wird als ein betrügeriſcher Banke⸗ rottirer verfolgt werden; und vielleicht wird ein

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