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jung bleiben, die Finger werden jedoch alt; ich fühle es wohl.“
„Nein, Du irrſt Dich, Onkel Jan,“ ſagte Hermina. „Es ſind noch fünf Tage bis zum Sonntage: wir wollen das Stück wiederholen, bis Du es vollkommen ſpielen kannſt. Zweifle nicht, es wird gut gehen. Es iſt im Allegro nur eine Schwierigkeit, bei welcher Du allezeit ſtecken bleibſt; aber es hat Nichts zu bedeuten: einmal darüber hinweg, und es iſt gethan.“
„Wohl, ich glaube, daß Du Recht haſt, Hermine. Noch einmal mit neuem Muthe und feſtem Willen probirt. Laß ſehen, ob ich über die Schwierigkeit dießmal Meiſter werde.“
Das Allegro wurde wieder begonnen und mit viel Glück fortgeführt. Als man der gedachten Stelle ſich näherte, ſchien Blondeel alle ſeine Kräfte zuſammenzunehmen und erbleichte und ſeine Augen zeugten von der lebhafteſten Aufmerkſamkeit. Ein Freudenſchrei entſchlüpfte ihm, und ein ermunternder Beifallsruf antwortete ihm von dem Piano. Die Schwierigkeit war ohne Straucheln überwunden worden, und er ſpielte mit erhöhter Kraft und Schnelligkeit weiter.
Plötzlich erſchien die Magd unter der Zimmer thüre und ſagte:
„Frau, Madame Pottewal, Ihre Schweſter, iſt da.“
„Meine Schweſter?“ rief Hermina.
„Thereſe?“ murmelte Fräulein Marie erſtaunt.
Aber Madame Pottewal, welche der Magd ge folgt war, trat in das Zimmer.
Blondeel ließ vor Ueberraſchung ſein Violoncell zu Boden fallen. Er hatte mit einem flüchtigen


