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Die Bürger von Darlingen : Sittengemälde in zwei Abschnitten / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von Dr. C. Büchele
Entstehung
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dem Schooße der Mutter eingeſchlafen.— Nach einer kurzen Stille ſagte Blondeel:

„Hermine, wenn Du nur die Magd riefeſt und die Kinder ſchlafen legteſt! Du mußt das Stück von Servais noch einmal mit mir auf Deinem Piano wiederholen.“

„Wieder?“ rief Fräulein Marie.„Du wirſt noch von Neuem ein Muſiknarr werden.“

„Ganz und gar nicht; aber ich muß nächſten Sonntag in dem Armenconcert für Schärbeek mein Stück ſpielen. Es iſt wahrſcheinlich das letzte Mal, daß ich vor dem Publikum mich hören zu laſſen wage, und ich möchte nicht gern damit durchfallen, Schweſter.“

Hermina klingelte der Magd; die Kinder wur⸗ den aus dem Zimmer getragen, und Mutter und Tante gingen mit, um ſie ſchlafen zu legen. Herr Blondeel eilte inzwiſchen durch den Garten nach ſeinem Hauſe, um ſein Violoncell zu holen.

Als er zurückkehrte, ſaß Hermina bereits vor dem Piano und ließ ihre Finger über das Klavier laufen. Sie ſagte lachend:

„Wohlan, wohlan, fangen wir an. Wir müſſen uns beeilen, lieber Onkel; die Kinder könnten auf⸗ wachen.“

„Willſt Du wieder zu Pferde davon, Hermine, ohne Mitleid und Nachgiebigkeit?“ murmelte Blon⸗ deel, indem er ſich bemühte, die Saiten ſeines Vio⸗ loncells zu ſpannen und mit den Tönen, die ihm auf dem Piano angedeutet wurden, zu ſtimmen. „Du ſollteſt einſehen, daß ich keine Finger von fünf⸗ undzwanzig Jahren habe. Um Gottes willen, laß mich nicht ſo unbarmherzig ſchwitzen.“

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