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nicht,“ rief Hermina begeiſtert aus.„Ernſt hat ein Herz, das wunderbar ſtark und muthig iſt; und ge⸗ wiß, er würde es nicht ſein, der das Haupt vor irgend einer Mühſeligkeit, welche es auch ſein mag, beugte; aber Du, der Du aus Liebe zu deſſen Kin⸗ dern auf Dein Vergnügen verzichten willſt, Du be⸗ greifſt wohl, nicht wahr, daß mein armer Ernſt er⸗ regt und bekümmert ſein muß? Hundertzwanzig tauſend Francs, wovon er einen guten Theil auf das Haupt ſeiner Kinder anlegen wollte, drohen ihm zu entgehen
. Vielleicht iſt ſeine Liebe in der Thar größer als ſein Muth.“
„Sprich nicht alſo von Herrn de Cock, Bruder,“ ſagte
das alte Fräulein.„Seine Gewinnſucht, ſeine Furcht,
ſeine Bekümmerniß ſind nur Beweiſe eines edeln Ge⸗ müths und einer tiefen Zuneigung zu ſeiner Familie.“ „Ich weiß es wohl,“ antwortete Blondeel:„das iſt es nicht, was ich ſagen wollte; aber es verdrießt mich, daß dieſe Eiſenbahn unſern Frieden ſtört und graue Wolken an unſerem Himmel auftreibt. Was wäre es auch, wenn der Entwurf durchfiele? Stehen Ernſt nicht andere gute Geſchäfte in Ausſicht? Lie⸗ gen da nicht im Schranke für zehn tauſend Francs in belgiſchen Staatspapieren, welche er vorige Woche mit ſeinem Honorar für den Bau der neuen Fabrik zu Molenbeek gekauft hat? Und überdieß, was hat er für die Zukunft zu beſorgen? Das Nermögen von Onkel Jan und Tante Marie beträgt nahezu zweihundertfünfzig tauſend Francs. Ernſtchen und Herminchen, und wie viel noch kommen mögen, ſind immer durch dieſes Erbe gegen alle Noth geſichert!“ „Du mißverſtehſt Ernſt, lieber Onkel,“ ſagte Her⸗ Conſeience, Die Bürger v. Darlingen. 20


