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Endlich gelangte ſie an einen abgelegenen und ſehr ſchattigen Ort, wo eine Bank unter dem Schutze großer Syringenbüſche ſtand. Sie ließ ſich dort nie⸗ der, bückte den Kopf, ſchaute zu Boden und blieb ſo lange Zeit bewegungslos ſitzen, ohne daß ein einziger Seufzer, oder nur eine Geberde von ihrer Gemüths⸗ erregung Zeugniß gab.
Eine ſehr alte Frau ſchritt lächelnd auf den ge⸗ wundenen Pfaden dem Orte zu, wo die bedrückte Thereſe ſaß. Sie mußte deren Spur verloren haben, denn ſie wandte den Kopf nach allen Seiten und ließ ihr Auge überall umherlaufen. Plötllich blieb ſie ſtehen; ſie hatte diejenige entdeckt, welche ſie ſuchte. Mit leiſen Schritten ſuchte ſie Madame Pottewal ſo nahe als möglich zu kommen und beobachtete ſie eine Zeit lang ſtill und mit einem Ausdruck liſtiger Freude in den Augen.
„Flüchten? Und mein Kind?“ murmelte Thereſe faſt unhörbar bei ſich ſelbſt.„O Gott, wie gering iſt die Hoffnung! Mein Oheim Jan? Meine Schwe⸗ ſter Hermina? Die Eiſenbahn, er will abreiſen...“
„Arme Thereſe,“ ſagte in mitleidigem Ton die alte Frau,„hat Ihr Mann Sie mißhandelt, mein Kind? Tröſten Sie ſich, es iſt unſer Loos auf Er⸗ den.. 4
„Himmel, Madame Kwas!“ rief Thereſe mit einem dumpfen Schrei und an allen Gliedern bebend, als hätte ſie den aufgeriſſenen Rachen einer Schlange geſehen.
„Was fehlt Ihnen, meine Liebe? Beruhigen Sie ſich, beruhigen Sie ſich. Er hat Sie doch nicht ge⸗ ſchlagen, gewiß?“
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