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Die Bürger von Darlingen : Sittengemälde in zwei Abschnitten / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von Dr. C. Büchele
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Thereſe wehrte ihrer Mutter, welche ihr Einhalt zu thun ſuchte, ab und fuhr noch heftiger fort:

„Wie? Mein Mann iſt ein Schelm, er verdient Kettenſtrafe? Nein, er iſt nichts Anderes, als das unſchuldige Opfer Deiner herzloſen Geldgier. Du könnteſt ihn retten; Du könnteſt theilweiſe, vielleicht ganz das Uebel wieder gut machen, welches Du ihm angethan haſt! Und Du weigerſt Dich! Wohlan, wir werden dieſen Abend aus dem Lande fliehen! Regle dann unſere Angelegenheiten auf eine Weiſe, vor welcher das ehrliche Gemüth des Schelmen Potte⸗ wal mit Abſcheu, als vor einem feigen Diebſtahl, zurückbeben würde. Ja, wir wollen abziehen, weit weg, nach dem andern Ende der Welt. Ich will nicht in den Augen meines Kindes mich wegen des grauſamen Menſchen zu ſchämen haben, welcher mir zu meinem Unglück das Leben gab!“

Romys war unter dem mächtigen Eindruck von Thereſens Worten bis zu der Wand zurückgewichen. Da ſtand er, ſich in den Haaren kratzend und weiß wie Leinwand. Zugleich grinzte auf ſeinen Lippen ein ſeltſames Lachen, und man wußte nicht, ob der Schrecken ihn entſtellte, oder ob er der blutigen Vor⸗ würfe, welche ihm in den Ohren klangen, ſpotte. Seine Frau ſaß an der Wand, den Kopf tief auf die Bruſt geſenkt. Wäre nicht zuweilen ein convulſivi⸗ ſches Zittern durch ihre Glieder gefahren, man hätte glauben können, ſie ſei unter der Laſt ihre Angſt in Ohnmacht gefallen.

„Du lachſt, Vater?“ rief Thereſe wie wahnſinnig⸗