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Die Bürger von Darlingen : Sittengemälde in zwei Abschnitten / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von Dr. C. Büchele
Entstehung
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ſich die Thränen aus den Augen, ſah ihren Yater mit einem Blick voll Entrüſtung an und fragte:

„Du venweigerſt mir lſ Deine Hülfe?“

„Das heißt, Geld gebe ich nicht; aber ich will Pottewals Angelegenheiten nach ſeiner Abreiſe ordnen helfen.“

„Du verweigerſt die zwei hunderttauſend Francs, welche das Leben und die Ehre meines Gatten ret⸗ ten können? Du wählſt die Schande für Dich ſelbſt, für meine Mutter, für meine Schweſter, für mein unſchuldiges Kind?“

„Nichts, ich gebe Nichts,“ war die Antwort.„Es wird nicht ſo ſchlimm ſein, wie Du meinſt; und be⸗ käme Pottewal auch ſeinen verdienten Lohn, zwiſchen der Ehre ohne Geld und dem Geld ohne Ehre wähle ich das Letztere. Mit Geld bekommt man die Ehre zurück; mit der Ehre allein wird man von Jeder⸗ mann mißachtet. So wie jetzt die Welt ſteht, gibt es keine größere Schande, als die Armuth.“

Thereſe hatte nur wenig auf dieſe Worte Acht gegeben, obſchon ſie den ſchmerzlichen Eindruck der ſelben wohl empfand. Sie war ſichtbar in einem heftigen Kampfe begriffen und ſchien mit Gewalt die ungeſtümen Bewegungen ihres Gemüths niederdrücken zu wollen. Plötzlich unterlag ſie in dieſem Streite und rief mit fieberiſcher Haſt aus:

„Wehe, es ſei denn ſo! Gott iſt mein Zeuge, daß ich demüthig und achtungsvoll Dir meine grau⸗ ſame Noth geklagt habe. Ich ließ Dich den Namen meines Gatten mit Schimpf überladen; ich ließ Dich, ohne ihn zu vertheidigen, Spott mit ſeinem Unglück treiben. Ha, ich war thöricht genug, zu hoffen, daß