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Die Bürger von Darlingen : Sittengemälde in zwei Abschnitten / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von Dr. C. Büchele
Entstehung
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Dir geſprochen habe, iſt der Abſchlag des noch unter Segel befindlichen Getreides mitbegriffen. Dieſer Unterſchied beträgt wohl die Hälfte des ganzen Ver luſtes. Ließe ſich der Verkauf dieſes Getreides ſo lang aufſchieben, bis die Preiſe wieder ſteigen, ſo könnte Pottewal vielleicht noch einen guten Theil ſei⸗ nes Vermögens retten.“

„Nun, ſo behalte er das Getreide!“ ſchnaubte Romys.

„Dazu iſt Deine Hülfe nöthig, Vater. Die Dif ferenz der Käufe auf Termin muß morgen bezahlt werden. Bleibt Pottewal im Rückſtand, ſo wird man ihn für inſolvent erklären, ſeine Güter in Beſchlag nehmen, ſeine Bücher verſiegeln, und das noch auf der See befindliche Getreide zu dem Marktpreis des Tages zu Geld machen. Um uns vor dem gewiſſen Verderben zu bewahren, um uns zum Abwmarten einer Preiserhöhung Zeit zu gewähren, ſind zwei hundert⸗ tauſend Francs nothwendig, in baarem Gelde oder in Banknoten, ſpäteſtens morgen. Mit dieſem Opfer können wir uns vielleicht noch aufrecht halten und unſern Handel fortſetzen. Du, Vater, Du kannſt uns helfen; Du kannſt bei Bankiers, bei Notaren, bei Freunden Geld auf Dein Beſitzthum aufnehmen. Sei großmüthig, laß mich Deinen Namen für eine höchſte Wohlthat ſegnen: verſchaffe uns die zwei hundert tauſend Francs!“

Romys wandte ſich um, kreuzte die Arme auf der Bruſt und ſagte mit einem bittern Hohnlächeln auf den Lippen:

„Zwei hunderttauſend Francs? Die ſoll ich

Conſeience, Die Bürger v. Darlingen. 19