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Die Bürger von Darlingen : Sittengemälde in zwei Abschnitten / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von Dr. C. Büchele
Entstehung
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Vaters mit Schrecken geſchlagen.„Der Preis des Getreides iſt heute um zehn Francs per Hectoliter gefallen. Pottewal hat ſechs hunderttauſend Francs verloren...“

„Sechs hunderttauſend Francs!“ wiederholte ihr Vater, bleich wie eine Leiche.

„O Himmel, ſechs hunderttauſend Francs!“ klagte Madame Romys, mit den Händen vor den Augen auf einen Stuhl ſinkend.

Thereſe zitterte und ſchien verſtummt beim An⸗ blick von ihres Vaters tödtlicher Beſtürzung. Er ſtand bewegungslos da gleich einem Steinbilde, mit weit geöffneten Augen, mit feſt geſchloſſenen Lippen und geſträubten Haaren.— Sie näherte ſich ihm, faßte ſeine Hand und ſagte:

„Nun, lieber Vater, beruhige Dich; das Unglück iſt gewiß groß, aber mit Deiner Hülfe...“

„Und Dein Heirathgut? Dein Heirathgut?“ ſtieß er in dumpfem Ton hervor.

„Verloren, Vater; Alles iſt verloren, wenn Du uns Deinen Beiſtand verweigerſt.“

„Beiſtand? Was für einen Beiſtand? Sechs hunderttauſend Francs? Der Mörder?“

„Nein, höre mich an, Vater; ich will Dir den traurigen Vorfall erklären. Es iſt nicht ſo, wie Du glaubſt. Du weißſt, daß Pottewal ſeit einiger Zeit ſehr große Geſchäfte machte, um Millionen zu gewin nen, wenn ihn das Glück begünſtigte. Er hat viele Getreideſchiffe gekauft, die noch unter Segel ſind; er hat auch einige Tauſend Hectoliter Roggen auf Ter⸗ min gekauft. Auf den Märkten von Amſterdam und