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Die Bürger von Darlingen : Sittengemälde in zwei Abschnitten / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von Dr. C. Büchele
Entstehung
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„So lang noch!“ rief die Magd verwundert. „Nun, nun, es läuft bis dahin noch ſo viel Waſſer die Senne hinunter! Wenn es auf mich ankäme, ich würde mich auf eine ſo lange Ünſicherheit nicht verlaſſen. Wenn Herr Romys einmal Hermina an den einen oder andern Altreichen zu Darlingen weg⸗ gäbe?“

Die Dame ſchien bei dem Gedanken an eine ſolche Heirath zu zittern; aber ſie bekam ihre Ruhe wieder und ſagte:

„Ich glaube, Du haſt Recht, Katharine; es iſt auch mein Gefühl ſo, Du weißt es; aber mein Bru⸗ der hat darüber andere Anſichten. Hoffen wir, daß Alles noch zum Beſten gehen wird, und daß der gute Gott unſere Hermina vor ſolchem Unglück bewahrt. Ich weiß nicht, Katharina, ich ſollte mich über die Rückkehr Ernſts freuen; und ich bin traurig, als ob irgend etwas ſehr Unangenehmes mir über dem Haupte ſchwebte. Ich will ein Bischen im Garten auf⸗ und abgehen.“

Sie trat in einen, mit großen Bäumen bepflanz⸗ ten und längs der Mauern von Blumengparterres eingeſchloſſenen Garten. Nachdem ſie eine Weile in den Wegen herumgewandelt war, wollte ſie eben ihre Schritte nach einem ſchattigen Pavillon, welcher in der Tiefe des Gartens ſich erhob, lenken; aber der Klang der Hausglocke bewog ſie, den Kopf umzu⸗ drehen.

Die Magd kam auf ſie zu und ſagte mit einer gewiſſen Verlegenheit:

„Fräulein, Madame Kwas von Darlingen iſt da, welche Sie gern ſprechen möchte.“