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Die Bürger von Darlingen : Sittengemälde in zwei Abschnitten / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von Dr. C. Büchele
Entstehung
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„Madame Kwas? Was will die Plaudertaſche von mir?“ murrte die Dame, ſichtbar verſtört.„Geh', Katharina, ſag', ich ſei nicht zu Hauſe.“

„Sie hat Sie durch das Gitter hindurch geſehen, Fräulein. Ich habe ſie in den kleinen Saal ge⸗ führt.“

„Es ſei ſo!“ ſeufzte die Frau.„Es gibt kein Mittel, ihr zu entſchlüpfen. Suchen wir ſchnell ihrer los zu werden.“

Sie ging in das Haus und öffnete die Thüre des Saales.

Madame Kwas von Darlingen war eine Frau von mittlerer Geſtalt, ungefähr ſechzig Jahre alt, mit Gliedern und Zügen, die etwas Männliches hatten. Ihr Aeußeres war rauh und derb; auf ihrer Oberlippe zeigte ſich ein durchſichtiger Schatten, wie von einem keimenden Barte, und auf ihren hoppigen*) Wangen ſtand hier und da ein langes, krummes Härchen.

Als Fräulein Marie erſchien, erhob ſie ſich und ſagte:

„Ach, guten Tag, Fräulein Blondeel. Ich mußte hieher nach Schärbeek, um da unweit des Botaniſchen Gartens einen Zins von Herrn Stoffelaer einzu⸗ nehmen, Sie wiſſen wohl. Ich ſoll dieſen Nach⸗ mittag wieder kommen. Schaden, nur Schaden daran, Fräulein Blondeel. Windmachen ohne Geld. Sie begreifen, daß ich, in ſolcher Nähe bei Ihrer Woh⸗

*) Hobbelige, kommt auch bei uns in der Volksſprache von einem durch Hautauswüchſe entſtellten Geſichte vor. A. d. U.