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trachtet, durch die Ehe ſelbſt dazu beſtimmt, der ge⸗ ſetzliche Vorwurf ſeiner Barſchheit zu ſein!— denken wir nicht länger an dieſe traurigen Dinge; es iſt ein Unglück ohne Hoffnung. Solche Ehe endigt nur mit dem Tode des Schlachtopfers, oder mit dem Tode des Tyrannen. Grauſames Verhängniß!“
Sie ſtand von ihrem Seſſel auf, blieb noch eine Weile nachdenklich und niedergeſchlagenen Blickes ſtehen, ſchüttelte dann lebhaft den Kopf, als wollte ſie die ſchmerzlichen Gedanken ernſtlich verbannen, und verließ das Zimmer langſamen Schrittes.
Sie blieb an der Küchenthüre ſtehen und ſagte zu der Magd:
„Katharine, haſt Du friſches Regenwaſſer hinauf⸗ gebracht? Denn Ernſt wird bald ankommen; er wird von der Reiſe ermüdet ſein und ſich wahrſchein⸗ lich Geſicht und Hände waſchen wollen.“
„Ja, Fräulein, Alles iſt oben in Ordnung.— Wird Herr Ernſt hier ſeine Wohnung nehmen?“
„Nein; aber er wird einige Tage, vielleicht einige Wochen bei uns bleiben, bis er in Brüſſel ein paſſendes Haus gefunden hat.“
„Ah, nun begreife ich, warum Herr Blondeel ſo ſehr auf Hermina's Abreiſe drang,“ ſagte die Magd. „In der That, Fräulein, Ernſt iſt ein flinker Junge; Hermina iſt ſchön wie eine Roſe. Von ſolchen jungen Lenn darf man wohl ſagen: die zwei machen ein Paar.“
„Das iſt ſehr wahr,“ antwortete die Dame mit einem beſtätigenden Lächeln.„Man kann nicht wiſſen, was Gott da oben beſchloſſen hat. Wir werden es binnen zwei oder drei Jahren ſehen.“„ 4


