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Die Bürger von Darlingen : Sittengemälde in zwei Abschnitten / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von Dr. C. Büchele
Entstehung
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Das Angeſicht dieſer Frau, obwohl vom Alter gefurcht, trug noch die friſche Farbe der Geſundheit des Körpers, und noch einen hellern Schein warf auf daſſelbe die Geſundheit des Herzens. waren ſanft, und alle ihre Züge ſchienen durch lange Gewohnheit den beharrlichen Ausdruck der Freund⸗

ſtimmung mit ihrem Alter war, hätte man doch bei einer genauern Prüfung darin eher ein Streben nach Schönheit, als eine Neigung zur Gleichgültigkeit ent⸗ deckt.

Das Zimmer, worin ſie ſich befand, hatte ein ziemlich ſeltſames Ausſehen. Da waren ſchöne Stühle und Tiſche, prächtige Vorhänge, ein großes Piano und ein Mahagony⸗Sekretär von hohem Preiſe; aber eine Anzahl anderer Gegenſtände lagen auf Seſſeln und Tiſchen zerſtreut, oder hingen in ſcheinbarey Ver⸗ wirrung an den Wänden.

Das Piano war mit einem Haufen Muſikalien beladen, über welchem ein Violoncell hing. Ein ähn⸗ liches Inſtrument ſtand gleichfalls rechts ober dem Schreibpult. Bücher von verſchiedener Form und Dicke waren auf Geſtellen gruppirt, oder lagen auf der Kaminplatte, oder auf den Fenſtergeſimſen um⸗ her. Die Wände waren mit Kupferſtichen und Ge⸗ mälden aller Größe, mit Käſtchen voll fremder Schmet⸗ terlinge und glänzender Käfer, voll Denkmünzen und andern kleinen Merkwürdigkeiten, bis zu einer, alle Marmorarten Italiens in ſich vereinigenden Moſaik, behangen. Man ſah hier aller Orten, wo Etwas zum Tragen ſich vorfand, kleine Gypsfiguren, floren⸗

Conſeience, Die Bürger v. Darlingen.