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Die Bürger von Darlingen : Sittengemälde in zwei Abschnitten / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von Dr. C. Büchele
Entstehung
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reden. Endlich werde ich mit der Mutter in den Garten gehen. Thereſe und Hermine werden allein bei Herrn Pottewal bleiben. Er wird alsdann ſeine Erklärung anbringen, und Hermine wird antworten, daß ſie in allen Fällen keinen andern Willen habe, als den ihres Vaters, aber ſich nunmehr gluͤcklich ſchätze über die ehrenvolle Verbindung unſerer beiden Familien u. ſ. w.; das wird von ſeinen eigenen Worten abhängen... Fängſt Du wieder zu weinen an? Nun, ſei es; die Thränen ändern doch Nichts an der Sache, wenn Du Dich übermorgen nur ge⸗ fügig zeigſt. Gib wohl Acht, Hermine, und Du gleichfalls, Julia. Ich will, hört Ihr, ich will. Herr Pottewal ſoll nicht im Mindeſten bemerken, daß er Euch unwillkommen iſt. Vor Allem keine Thränen, nicht eine einzige, oder ich werde Euch mit Gewalt zu einem ſchicklichen Benehmen zu zwingen wiſſen. Um Euch Stärke zu verleihen, könnt Ihr nichts Beſ⸗ ſeres thun, als Eurem Geiſte feſt einzuprägen, daß dieſe Heirath ſo unwiderruflich iſt, als ob Hermine bereits vor dem Geſetz und der Kirche getraut wäre. Genug; denkt daran und erſpart Euch ſelbſt viel nutz⸗ loſen Verdruß und mir den gerechten Zorn!“

Mit dieſen Worten verließ er das Zimmer und warf die Thüre hinter ſich zu.

Hermina verbarg ihr Haupt unter einer Thränen⸗ fluth an der Bruſt ihrer Mutter, wührend ſie ſchmerz⸗ voll ſchluchzte:

„Mutter, Mutter, ich zittere, ich bin vor Schrecken außer mir. Einen Mann heirathen, den ich noch nie geſehen habe! Ohne Neigung, ohne Liebe! Erbar⸗ men, o mein Gott!“