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Die Bürger von Darlingen : Sittengemälde in zwei Abschnitten / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von Dr. C. Büchele
Entstehung
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recht. Ich werde nicht mehr weinen, nicht mehr kla⸗ gen. Verfüge über mich nach Deinem Willen!“

„So iſt es recht; ſetze Dich,“ befahl Herr Romys.

Hermina ließ ſich auf einen Stuhl fallen und legte ihre Hände vor die Augen. Sie athmete ſchwer auf und bange Seußzer entſtiegen ihrer Bruſt. Auch die Mutter weinte in der Stille. Thereſe betrachtete ihre Schweſter mit einem ſpottenden Ausdruck auf den Lippen und mit Achſelzucken, während ſie in ſich hinein murmelte:

„Wie kindiſch! Eine glänzende Heirath, ein Ver⸗ mögen von viermal hunderttauſend Francs! Was will ſie denn noch haben?“

Der Vater ſchritt einige Augenblicke ungeduldig im Zimmer auf und ab. Plötzlich blieb er vor dem weinenden Mädchen ſtehen und ſprach:

„Nun, hat es jetzt lang genug gedauert? Laß ab mit Weinen, ich will es! Und Du auch, Julia. Ich habe keine Zeit, um die vergebliche Komödie län⸗ ger mit anzuſehen.“

„Aber, Vater, Vater, was wird Onkel Jan, was wird Tante Marie zu Deinem Beſchluſſe ſagen?“ ſeufzte Hermina.„O, warte doch, ich flehe Dich an, bis ſie Kenntniß davon haben!“

„So, ſo, Du haſt noch immer die Hoffnung nicht aufgegeben, daß mein Vorſatz unwiderruflich iſt? Sei verſichert, ich werde die Gerechtmacher von Schärbeek kommen laſſen, um mir entgegen zu arbeiten und Verdruß zu machen. Ich weiß, daß Du unſere Fa⸗ milie lieber durch eine ungleiche Verbindung ernied⸗ rigt ſäheſt. Nein, nein, ſie ſollen Nichts davon er⸗ fahren, als bis es zu ſpät iſt, um den Lauf der